Du hast einen günstigen Mietwagen gefunden. Der Preis sieht super aus. Du buchst. Aber dann kommt die endgültige Rechnung und plötzlich sind aus 150 Euro fast 400 Euro geworden.
Klingt bekannt? Du bist damit nicht allein.
Versteckte Kosten beim Mietwagen sind leider kein Zufall. Sie sind ein Geschäftsmodell. Viele Anbieter setzen den Grundpreis bewusst niedrig an um Kunden anzulocken. Das eigentliche Geld verdienen sie mit Extras, Aufschlägen und Klauseln die tief im Kleingedruckten stecken.
Aber keine Sorge. Wenn du weißt wo die Fallen sind kannst du sie leicht umgehen. Genau das zeige ich dir hier.
Fast jeder hat das schon erlebt oder davon gehört. Du holst das Auto mit vollem Tank ab und gibst es am Ende leer zurück. Klingt erstmal okay oder?
Ist es aber nicht.
Bei der sogenannten Voll-zu-leer-Regelung bezahlst du zu Beginn für einen ganzen Tank. Der Vermieter behält dann einfach was am Ende noch drin ist. Je nach Fahrzeug können das locker 30 bis 60 Euro sein die einfach weg sind.
Noch teurer wird es wenn du das Auto leer zurückgeben sollst aber das unterwegs nicht schaffst. Dann tankt der Vermieter für dich. Zu Preisen die oft doppelt so hoch sind wie an normalen Tankstellen.
So vermeidest du die Falle: Wähle immer die Voll-zu-voll-Option. Das heißt du holst das Auto voll ab und gibst es wieder voll zurück. So gibt es keinen Spielraum für versteckte Tankkosten.
Der Preis sieht günstig aus. Aber was ist wirklich versichert?
Viele Basispreise enthalten nur eine einfache Haftpflichtversicherung. Kratzer, Beulen, ein kaputter Spiegel, das alles kann auf dich zukommen wenn du keine Vollkaskoversicherung gebucht hast. Und genau die wird dann als teures Extra angeboten. Meistens direkt am Schalter wenn du unter Zeitdruck stehst.
Was die meisten nicht wissen: Fenster, Reifen und der Unterboden des Fahrzeugs sind bei vielen Anbietern auch mit Vollkasko nicht versichert. Diese Ausschlüsse stehen im Kleingedruckten werden aber mündlich kaum erwähnt.
Dazu kommt noch der Selbstbehalt. Selbst mit Vollkasko bleibst du bei einem Schaden oft auf 500 bis 2.000 Euro sitzen. Je nach Anbieter und Tarif.
So vermeidest du die Falle: Lies die Versicherungsbedingungen vor der Buchung durch. Achte auf den Selbstbehalt, ausgeschlossene Bereiche wie Reifen und Glas und ob eine Haftungsreduzierung buchbar ist. Viele Kreditkarten bieten außerdem eine kostenlose Mietwagenversicherung an. Das lohnt sich vorher zu prüfen.
Bist du unter 25 Jahre alt? Dann kann ein Mietwagen deutlich teurer werden als gedacht.
Viele Anbieter verlangen einen täglichen Aufschlag für junge Fahrer. Manchmal sogar bis zum Alter von 30 Jahren. Das ist in den AGB verankert und vollkommen legal. Im Grundpreis taucht dieser Aufschlag natürlich nicht auf.
Ein konkretes Beispiel: Du buchst ein Auto für 10 Tage für 200 Euro. Der Young Driver Aufschlag beträgt 12 Euro pro Tag. Das macht 120 Euro extra. Also mehr als die Hälfte des ursprünglichen Preises obendrauf.
So vermeidest du die Falle: Prüfe beim Buchen immer ob ein Altersaufschlag anfällt. Seriöse Plattformen zeigen diese Kosten transparent vor der Buchung an. Wer zusätzlich einen Discover Cars Gutschein nutzt kann trotz Altersaufschlag ordentlich sparen.
Du willst das Auto an einem anderen Ort zurückgeben als du es abgeholt hast? Das klingt praktisch. Kostet aber oft sehr viel Geld.
Diese Einweggebühr kann je nach Strecke und Anbieter zwischen 50 und 400 Euro betragen. Innerhalb eines Landes ist sie meistens günstiger als bei Fahrten über Ländergrenzen hinweg.
Das eigentliche Problem ist ein anderes. Beim Vergleichen der Grundpreise ist diese Gebühr oft noch gar nicht einberechnet. Sie taucht erst ganz am Ende des Buchungsvorgangs auf wenn du eigentlich schon fast fertig bist.
So vermeidest du die Falle: Kalkuliere Einwegfahrten immer separat. Manchmal ist es günstiger das Auto am Zielort neu zu mieten anstatt eine hohe Einweggebühr zu zahlen. Vergleiche beide Optionen bevor du auf Buchen klickst.
Navigationssystem, Kindersitz, Zusatzfahrer, Winterreifen, Mautgerät. All diese Extras werden gerne direkt am Schalter angeboten. Einzeln klingen sie harmlos.
Zusammen können sie deinen Mietpreis leicht verdoppeln.
Ein einfaches Navi kostet bei vielen Anbietern 10 bis 15 Euro pro Tag. Bei einer zehntägigen Reise sind das 100 bis 150 Euro extra. Für etwas das dein Smartphone kostenlos und meistens besser erledigt.
Ähnliches gilt beim Zusatzfahrer. Wenn dein Partner auch fahren möchte können dafür täglich 5 bis 15 Euro fällig werden. Das klingt wenig summiert sich aber bei längeren Reisen schnell zu einem echten Betrag.
So vermeidest du die Falle: Nutze dein Smartphone als Navi. Innerhalb der EU ist mobiles Datenroaming kostenlos. Buche Extras wie Kindersitz oder Zusatzfahrer lieber schon beim Online-Buchungsprozess. Das ist fast immer deutlich günstiger als am Schalter.
Viele Reisende sind überrascht wie viel Geld bei der Abholung auf ihrer Kreditkarte blockiert wird. Je nach Fahrzeugklasse und Anbieter können das zwischen 200 und 2.000 Euro sein. Manchmal für mehrere Wochen nach der Rückgabe.
Das Problem: Nicht jede Kreditkarte hat genug Limit. Und mit einer normalen Debitkarte also der üblichen Girokarte kannst du bei vielen Anbietern das Auto gar nicht erst abholen.
Es gibt noch einen weiteren Haken. Manche Vermieter akzeptieren nur bestimmte Kartenmarken. Mastercard ja, Visa nein oder umgekehrt. Das erfährst du dann am Schalter wenn das Auto längst gebucht ist.
So vermeidest du die Falle: Prüfe vor der Reise welche Kreditkarte der Anbieter akzeptiert und ob dein Kreditrahmen die Kaution abdeckt. Diese Information steht auf seriösen Buchungsplattformen direkt in den Fahrzeugdetails. Du musst nur genau hinschauen.
Du kommst 40 Minuten später als geplant am Schalter an. Das Auto ist schon weg. Oder du bekommst eine Gebühr weil du die Abholzeit verpasst hast.
Auch Stornierungen können teuer werden. Viele günstige Tarife sind überhaupt nicht erstattungsfähig. Andere verlangen bis zu 50 Euro Stornogebühr selbst wenn du rechtzeitig absagst.
Das ist besonders ärgerlich bei Preisen die auf den ersten Blick supergünstig wirken aber keinerlei Flexibilität bieten.
So vermeidest du die Falle: Wähle kostenlos stornierbare Tarife. Ja sie sind manchmal minimal teurer. Aber bei unplanbaren Reisen oder unsicherer Flugzeit sind sie jeden Cent wert.
Du hast das Auto schon längst zurückgegeben. Wochen später taucht plötzlich eine unerklärliche Abbuchung auf deiner Kreditkarte auf. Kein Brief, keine Erklärung.
Das passiert wenn du auf einer automatischen Mautstrecke gefahren bist oder einen Strafzettel kassiert hast. Der Vermieter leitet die Kosten weiter. Meistens plus einer Bearbeitungsgebühr von 15 bis 30 Euro pro Vorfall.
In Ländern wie den USA, Australien oder Portugal gibt es außerdem Mautstrecken die nur mit einem speziellen Transponder bezahlt werden können. Hast du keinen zahlt der Vermieter für dich. Und stellt dir das teuer in Rechnung.
So vermeidest du die Falle: Frage beim Abholen gezielt nach Mautstrecken in der Region und ob ein Transponder im Fahrzeug ist. Fotografiere das Auto bei der Abholung von allen Seiten. Das schützt dich auch vor falschen Schadensvorwürfen bei der Rückgabe.
Ein niedriger Mietwagenpreis ist kein Versprechen. Er ist ein Startpunkt.
Was du am Ende wirklich zahlst hängt davon ab wie gut du die Fallen kennst und wie aufmerksam du beim Buchen bist. Die gute Nachricht: Die meisten dieser Kosten lassen sich mit ein bisschen Vorbereitung komplett vermeiden.
Nutze Plattformen die dir den echten Gesamtpreis zeigen inklusive Versicherung, Extras und allen Pflichtgebühren. Vergleiche nicht nur den günstigsten Grundpreis sondern was du am Ende tatsächlich bezahlst.
Mit dem richtigen Anbieter, dem richtigen Zeitpunkt und ein bisschen Aufmerksamkeit beim Buchen kannst du beim Mietwagen wirklich viel Geld sparen. Ganz ohne böse Überraschungen am Ende der Reise.
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